Visual Arts Building, Iowa City, IA, USA

Visual Arts Building

Das neue „Visual Arts Building“ ersetzt das ursprünglichen Fakultätsgebäude von 1936, das im Jahr 2008 bei einem Hochwasser schwer beschädigt wurde. Das neue Gebäude beinhaltet Loft artige Räume für die Bereiche Keramik, Skulptur, Metalle, Fotografie, 3D-Multimedia und Druckerei. Es gibt Atelierräume für Master-Studenten, Doktoranden, Dozenten und Mitarbeiter, sowie zusätzlich Büros und Galerieräume. Das rechteckige Gebäude wird durch sechs Einschnitte aufgelockert, durch die Höfe gebildet werden. In der Mitte befindet sich ein zentrales Atrium, das die vier Etagen des Gebäudes miteinander verbindet. Balkone bieten Besprechungs- und Arbeitsbereiche im Freien. Transsolar entwickelte ein Klima- und Energiekonzept, das den hohe Energie- und Lüftungsbedarf der verschiedenen Fachbereiche berücksichtigt.
Ein großes horizontales Oberlicht mit einer feststehenden reflektierenden Honigwaben-Struktur versorgt das Atrium mit diffusem Tageslicht und blockiert die direkte Sonne. Fassadeneinschnitte und große Raumhöhen optimieren das Tageslichtniveau. Verschiedene Konfigurationen von transluzenten und klaren Fensterelementen bieten entweder eine visuelle Verbindung nach außen oder diffuses Licht für kreatives Schaffen. Die Fassaden nach Südost und Südwest sind mit perforierten Edelstahlplatten als starrer Sonnenschutz verkleidet, während die Fassaden der Höfe in Gussglas ausgeführt sind. Detaillierte Untersuchungen, Messungen sowie Tageslicht- und thermische Simulationen unterstützten den architektonischen Entwurfsprozess zur Optimierung dieser Fassaden- und Verschattungselemente.
Der thermische Komfort wird durch effiziente Bauteilkühlung bzw. -heizung sichergestellt, anstatt den Raum durch Umwälzung großer Luftmengen zu konditionieren. Zur Betonkernaktivierung wurden Kunststoffrohre in der leichten Hohlkörperdecke verlegt - die erste solche Anlage in den USA. Die Reduzierung der Betonmenge ersetzte die Kosten der Hohlkörperdecke und nimmt insgesamt positiven Einfluss auf die graue Energie.
Da die Räume nicht mit Luft konditioniert sind, konnten Technikflächen eingespart und die Luftverteilungssysteme und Rohrleitungen minimiert werden. Frischluft wird über ein Quelllüftungssystem von oben in die Räume eingebracht, die Abluft entweicht natürlich über Auslässe oben im zentralen Atrium. Öffenbare Fenster erlauben eine natürliche Belüftung und eine Sichtverbindung zum Campus. Anstatt das interne Programm von außen zu isolieren, bieten das Gründach und mehrere Balkone, die sich aus der Geometrie des Gebäudes ergeben, informelle Arbeitsflächen im Außenraum.
Das Gebäude ist an das Heizwärme- und Kältenetz des Universitätscampus angebunden. Im Winter entzieht eine eigenständige Wärmepumpe im Gebäude dem Campus-Kühlkreislauf Wärme und schafft eine energetische Synergie mit anderen Gebäuden auf dem Campus, die das ganze Jahr lang Kühlung erfordern.
Der Neubau strebt eine LEED-Gold-Zertifizierung an. Das Gebäude wird voraussichtlich 60% weniger Energie verbrauchen als ein Gebäude, das nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Visual Arts Building
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