Parc des Ateliers: Les forges - La Méchanique Générale, Arles, France

Parc des Ateliers: Les forges - La Méchanique Générale

Die „Fondation Luma“ fördert künstlerisches Schaffen im Bereich der Bildenden Kunst. Die Projekte setzen sich mit den Themen Umwelt, Kultur, Bildung und Menschenrechte auseinander.
Ihr „Parc des Ateliers“ dient als interdisziplinäres Kulturzentrum auf einem aufgelassenen mehrere Hektar großen Industriegelände, einst gebaut für Wartung und Reparatur von Zügen der französischen Staatsbahn SNCF. Sechs Gebäude, darunter die „Forges“ (dt. Schmiedewerkstätten) und die „Mécanique Générale“ (dt. Maschinenbau), empfangen Besucher rund um das Jahr zu Veranstaltungen, im Sommer z.B. während des Fotografie-Festivals „Rencontres de la Photographie“.
Der von Bas Smets entworfene öffentlich nutzbare Park vereint die Bestandsgebäude mit dem von Frank O. Gehry entworfenen Neubau.
Sowohl architektonisch als auch in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sollte der Komplex herausragend werden.
Transsolar entwickelte das Klima-, Komfort- und Energiekonzept für alle Gebäude, das einen hohen Komfort der Besucher gewährleistet, Das Ergebnis ist ein System zur Versorgung mit Energie aus lokal verfügbaren, erneuerbaren Ressourcen mit geringem Primärenergieverbrauch, auch um die Nutzung von Nuklearenergie zu minimieren. Dank des verringerten Energiebedarfs der Gebäude genügt hierfür biogene Kraft-Wärme-Kopplung kombiniert mit Photovoltaik.

Die beiden genannten Bestandsbauten wurden bereits von Selldorf Architekten saniert und dienen als Ausstellungs-, Bibliotheks- und Werkstatträume. Für sie hat Transsolar ein kontextbezogenes und sensibles Klimakonzept entwickelt. Grundprinzipien sind maximale natürliche und minimale mechanische Lüftung sowie thermischer Komfort mittels Strahlungsheizung und -kühlung.

La Mécanique Générale:
Unter Berücksichtigung des lokalen Klimas und der jährlich stark schwankenden Besucherdichte wurde ein nachhaltiges und robustes Design entwickelt, das die Anforderungen der Kuratoren und Künstler erfüllt. Die Aktivierung des Bodens schafft hohen thermischen Komfort und kann schnell wechselnde Lasten ausgleichen und der Volumenstrom der mechanischen Lüftung kann so auf den Bedarf an Frischluft reduziert werden. Die mechanischen Systeme sind vollständig in den Boden integriert und in den Ausstellungsräumen nicht sichtbar. Die natürliche Lüftung erfolgt über vollständig in die Fassade integrierte Öffnungselemente und Dachöffnungen. Die Zuluft wird als Quellluft über Bodenauslässe zugeführt, die Wände stehen so vollständig als Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Les Forges:
Die Gebäudehülle wurde vollständig saniert, der Wärmeschutz verbessert und die Infiltrationsrate verringert. Das Klima- und Energiekonzept wurde auf die Ansprüche der Kuratoren abgestimmt und stellt sowohl natürliche als auch mechanische Lüftung zur wahlweisen Verfügung. Erdgeschoss und Mezzanine sind mit einer Fußbodenaktivierung zum Heizen und Kühlen ausgestattet. Öffenbare Fenster und Oberlichter im Dach ermöglichen eine effiziente natürliche Lüftung bzw. Nachtspülung, um Wärmelasten abzuleiten und die thermische Masse zu aktivieren. Im Winter versorgt eine energieeffiziente mechanische Lüftung mit Frischluft. Im Sommer kann bei Bedarf gekühlte und entfeuchtete Zuluft eingesetzt werden. Für die mechanische Beüftung wird Quellluft zugeführt.
Messergebnisse zeigen: Die Konzepte haben sich bei beiden Gebäuden in Ausstellungen während heißer Sommer bewährt und für ein durchweg komfortables Klima gesorgt.

Parc des Ateliers: Les forges - La Méchanique Générale
Parc des Ateliers: Les forges - La Méchanique Générale