Die Installation „Einfach cool“ von Jochen Lam, Alina Wagner(Transsolar) und Bilge Kobas (Technische Universität München), die in der Ausstellung „Unheimliche Verschiebungen“ der Urbanen Künste Ruhr im Rahmen der Ruhrtriennale 2026 in der Dortmunder Stadtkirche St. Petri zu sehen ist, wurde in zwei aktuellen Videobeiträgen ausführlich vorgestellt.
In einem Interview von Urbane Künste Ruhr sprechen Jochen Lam und Alina Wagner über die Idee hinter der Installation. Die Arbeit besteht aus einem ausgedienten Berg aus Klimaanlagen-Außeneinheiten, der wie ein Relikt einer zukünftigen Vergangenheit wirkt. Ihm gegenüber steht ein großer Ventilator, dessen Brise die Besucher:innen unmittelbar wahrnehmen können.
Die Installation hinterfragt die zunehmende Abhängigkeit von Klimaanlagen als Reaktion auf steigende Temperaturen. Der aufgestapelte Haufen aus Außengeräten verweist auf ein mögliches Zukunftsbild unserer Städte, in denen technische Kühlung zur dominierenden Antwort auf die Klimakrise geworden ist. Gleichzeitig macht die Arbeit auf die negativen Folgen aufmerksam: Klimaanlagen verbrauchen Energie, erzeugen Lärm und geben Wärme an den Außenraum ab, wodurch sich Hitze in Städten weiter verstärken kann, was zu weiterem Bedürfnis anch Kühlung führt.
„Einfach cool“ versteht sich als Plädoyer dafür, Kühlung umfassender zu denken. Neben technischen Lösungen gibt es zahlreiche passive Strategien, um thermischen Komfort zu schaffen. Öffentliche Gebäude wie Kirchen können beispielsweise als niedrigschwellige Cooling Spots dienen und während Hitzeperioden Schutz bieten, ohne den Außenraum zusätzlich aufzuheizen.
Auch das Kulturmagazin Westart des WDR berichtet über die Ausstellung „Unheimliche Verschiebungen“ und besucht dabei die Installation in der Stadtkirche St. Petri. Im Gespräch erläutert Jochen Lam die langfristigen Konsequenzen einer zunehmenden Abhängigkeit von Klimaanlagen und wirbt für alternative Ansätze wie Nachtlüftung, Ventilation und klimaangepasste Architektur. Um auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren, brauche es ein Umdenken in Planung und Bauwesen sowie den Mut, Gebäude anders zu gestalten und Aufenthaltsqualität für alle zu schaffen.
Die beiden Beiträge bieten spannende Einblicke in die Entstehung und die Botschaft von „Einfach cool“ und zeigen, wie Kunst, Architektur und Klimawissen zusammenkommen, um neue Perspektiven auf den Umgang mit zunehmender Hitze in unseren Städten zu eröffnen.
Die Videos sind hier verfügbar:
Interview von Urbane Künste Ruhr mit Jochen Lam und Alina Wagner
Westart-Beitrag zur Ausstellung „Unheimliche Verschiebungen“ (Verfügbar bis zum 29.08.2028)