Bürgerbegegnungs- & Gesundheitszentrum mit Sporthalle, Erlangen, Deutschland
Am südwestlichen Rand des Röthelheimparks entsteht das neue städtische Bürger‑, Begegnungs‑ und Gesundheitszentrum (BBGZ) als Teil eines dreiteiligen Areals. Neben dem BBGZ mit integrierter Gerd‑Lohwasser‑Sporthalle gehören ein Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins sowie das Familienzentrum - Röthelheim 11acht mit Kindergarten, Kita und Lern‑ und Bildungsräumen zum Gelände.
Transsolars Beitrag konzentriert sich auf das BBGZ und insbesondere auf die Sporthalle, deren Klimakonzept maßgeblich durch Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und blendfreie Tageslichtnutzung geprägt ist. Die stützenfreie Vierfelderhalle mit Tribüne, überspannt von rund 30 m langen Fachwerkträgern, ist für Schul‑ und Vereinssport ebenso wie für Großveranstaltungen ausgelegt.
Eine Kombination aus aktiven und passiven Maßnahmen senkt Bau‑ und Betriebskosten und optimiert den Komfort. Kernelemente sind Dreifachverglasungen und Dachüberstände als Hitzeschild, Oberlichter zur Optimierung der Tageslichtnutzung, eine sehr gute Nachtlüftung bei reduzierter mechanischer Grundlüftung sowie Deckenstrahlplatten zur Beheizung. Das Klimakonzept basiert auf einer mechanischen Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung und zusätzlicher Nachtlüftung über Fassadenklappen. Ein Erdsondensystem konditioniert die Außenluft passiv vor.
Für die Tageslichtversorgung der Sporthalle ist Blendfreiheit durch direkte Sonneneinstrahlung ebenso entscheidend wie eine ausreichende Helligkeit. Um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen, wurden acht Oberlichter pro Spielfeld festgelegt sowie deren Lage und Verglasungsqualität definiert.
Das Oberlichtdesign wurde im Entwurf intensiv untersucht und iterativ mit Behnisch Architekten entwickelt. Das Ergebnis vermeidet Blendung durch feststehende Holzelemente unterhalb der Oberlichter. Die Form gab der Lösung den Namen „E‑Design“: Unabhängig vom Sonnenstand gelangt ausschließlich diffuse Strahlung in die Halle, direkte Sonneneinstrahlung wird zuverlässig abgeblockt. Simulationen zeigten, dass einfachere [-Designs dafür nicht ausreichen.
Im Nordbereich der Halle sind Oberlichter und Dachkranzfassade aufgrund der optimierten Geometrie ohne Blendschutz möglich, im Süden ist ein außenliegender, verstellbarer Sonnen‑ und Blendschutz erforderlich. An der Südfassade ist zusätzlich innen ein verstellbarer Blendschutz am Hallenumgang vorgesehen.
Die BBGZ‑Räume verfügen über mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung und zusätzlicher Fensterlüftung. Zur sommerlichen Temperaturstabilisierung sind die Decken nur zu 50 % abgehängt, sodass die thermische Masse aktiviert wird. Die Beheizung erfolgt über Fußbodenheizung. Nordräume und Mehrzweckraum werden allein durch den Dachüberstand verschattet, der Bewegungsraum erhält ergänzend einen außenliegenden Sonnenschutz.
Das gesamte BBGZ wird über Fernwärme beheizt, auf aktive Kühlung wird verzichtet. Eine Photovoltaikanlage (750 m², 99 kWp) auf dem Dach deckt mehr als die elektrische Grundlast.