Tank- und Rastanlage, Fürholzen, Deutschland

Tank- und Rastanlage

Ziel für die „Tank- und Rastanlage der Zukunft“ an der A9 bei München war, dass sie pro Jahr mehr Energie erzeugen soll, als sie für ihren Betrieb benötigt. Der Bewertung als „Energie-Plus-Standard mit mehr als 10 % Überdeckung“ liegt die Bilanz berechnet nach Primärenergie zu Grunde. Die vor Ort erhältliche Antriebsenergie für Mobilität ist darin nicht mit eingeschlossen. Das hierfür entwickelte Energiekonzept nutzt Synergieeffekte zwischen den sekundären Energieträgern Strom und Wasserstoff: 1320 kWp Photovoltaikmodule wandeln vornehmlich über den Carports und dem Lärmschutzwall auf einer Gesamtfläche von mehr als 7100 m² das Sonnenlicht in regenerativen solaren Strom um. Zeitweilig überschüssige elektrische Energie wird vor Ort gespeichert. Das geschieht mit Li-Ionen-Akkumulatoren und – als Besonderheit in diesem Projekt mit Modellcharakter – in Form von Wasserstoff (Power-to-Gas). Er wird durch einen Elektrolyseur aus Wasser erzeugt und in einem Niederdruck-Gastank gelagert. Wasserstoff (H2) ist ein sauberer Energieträger: Wenn er verbrennt, wird daraus wieder Wasser. Dabei entstehen weder Treibhausgase noch andere schädliche Partikel. Alternativ zu einer Batterie stellt dieser on-site und mit regenerativem PV-Strom erzeugte "grüne" Wasserstoff einen Energiespeicher dar. Zu einem späteren Zeitpunkt wandelt ein speziell angepasstes Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk lautlos den Wasserstoff wieder Wasser, Strom und Wärme um. Parallel dazu steht der lokal erzeugte Wasserstoff steht nach einer Druckerhöhung auf über 800 bar auch als innovativer Treibstoff für die zukunftsfähige H2-Mobilität zur Verfügung.
Planung und Ausführung der gesamten Wasserstoff-Anlagetechnik erfolgte durch die Linde AG. Das von Transsolar durchgeführte begleitende Monitoring für Wärme, Kälte und Strom hat auch im 2. Betriebsjahr die erfolgreiche energetische Zielsetzung des Projektes aufgezeigt und eine negative CO2-Bilanz nachgewiesen: Der Export von regenerativem Strom in das öffentliche Stromnetz (StromMix) führt zu einer höheren CO2-Gutschrift, als durch den Import von Strom und Erdgas über die Grundstücksgrenze verbunden ist.
In der jährlichen Energiebilanz ist die „Tank- und Rastanlage Fürholzen West" mehr als ein Selbstversorger: Durch den Energieexport ins Netz werden darüber hinaus jedes Jahr globale Emissionen in Höhe von 27 Tonnen CO2 vermieden, die bei Erzeugung von Strom-Mix"- Elektrizität in entsprechender Menge sonst freigesetzt würden.

Tank- und Rastanlage

CO2-Bilanzierung im 2. Betriebsjahr 2018/2019

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