Neuer Firmensitz im Büro- und Laborgebäude, Riedering, Deutschland

Neuer Firmensitz im Büro- und Laborgebäude

Das Unternehmen EndoLab - ein Prüflabor für medizinische Implantate - verlegte den Firmensitz von Thansau nach Riedering bei Rosenheim und baute hierfür ein neues Büro- und Laborgebäude.
Aufgabenstellung im Rahmen der ersten Planungsphasen war die Entwicklung eines standortspezifischen Energiekonzepts sowie an die Gebäudenutzungen angepasste Klimakonzeptionen. Innerhalb des Gebäudes sind eine Reihe von Hauptnutzungen definiert:
Diese sind Laborräume für die Standzeitprüfung, eine Mitarbeiterkantine mit Teeküche im EG, die Büroräume und ein Seminarraum. Eine offene Besprechungszone befindet sich im zentralen, durch Oberlichter lichtdurchfluteten Atrium, das über die Geschosse EG bis OG2 reicht. Die Oberlichter dienen auch als Rauch-/Wärmeabzug und lassen sich auch zur normalen Entlüftung des Atriums nutzen. Die Zuluft strömt dann aus dem Erdgeschoss durch eine elektrisch angesteuerte Lamellenkassette ein.

Ungewöhnlich für ein Laborgebäude nutzen weite Gebäudeteile rein natürliche Fensterlüftung.
Den sommerlichen Wärmeschutz auf Basis von robustem „Low-Tec“ bietet ein außenliegendes, statisches Sonnenschutzsystem: In den Geschossen EG und OG1 finden sich hierzu vertikale Holzlamellen, die die Fassadenanmutung charakterisieren.

In den thermisch hochbelasteten Labor- bzw. Simulatorräumen fallen über das Jahr große Mengen an Abwärme an, die größtenteils über einen Hydraulikkreis gefasst werden. Diese Wärme galt es für die Gebäudeheizung nutzbar zu machen. Dafür bot sich ein „Low-Ex“-Konzeptansatz an, das System ist damit thermodynamisch optimiert, also mit dem Temperaturniveau der Abwärme abgestimmt.
Durch Einbindung thermisch aktivierter Decken kann das Gebäude einerseits raumspezifisch geheizt bei Bedarf aber auch gekühlt werden.
Zentrale energetische Komponente ist ein Geothermiefeld aus 2.400 laufenden m Sonden, das als saisonaler Zwischenspeicher für die Gebäudeabwärme dient. Eine freie Rückkühlung regeneriert bei Bedarf das Erdreich thermisch und sichert die dauerhafte Anlagenfunktion. Auf diese Weise ist das Geothermiefeld auch für die freie, direkte Gebäudekühlung einsetzbar. Unterstützend kann temporär eine reversible Wärmepumpe zugeschaltet werden, um in kalten Winterperioden aktiv heizen sowie in langen Sommerperioden aktiv kühlen zu können.

Eine 55 kWp-PV-Anlage rundet das Energiekonzept regenerativ ab und ermöglicht einen CO2- bzw. klimaneutralen Gebäudebetrieb.
Im ersten Nutzungsjahr zeigen sich nur sehr geringe Betriebszeiten der Wärmepumpe. Das heißt, die direkte, alleinige Heizung über die Laborabwärme ist meist ausreichend. Analoges gilt für den Kühlmodus: Eine vorwiegend freie Kühlung über das Geothermiefeld vermag den Kühlenergiebedarf des Gebäudes abzudecken.