Klimavorzeigestadtteil RothNEUsiedl, Wien, Österreich

Im Klimapionier-Stadtteil RothNEUsiedlstehen Klimaschutz und Klimaanpassungvon Beginn an im Zentrum der Planungen,mit dem Ziel, sowohl im Betrieb als auch –soweit wie möglich – bei der ErrichtungKlimaneutralität zu erreichen. Transsolarentwickelte hierfür ein gesamtheitlichesBilanzierungskonzept, das sowohl dieEmissionen aus der Herstellung der Ge-bäude als auch deren Energiebedarf im Be-trieb über den Entwicklungszeitraumberücksichtigt. Auf dieser Grundlage wur-den Ziel- und Grenzwerte für die Gebäude-konstruktion sowie den Energieeinsatz imBetrieb definiert.

Die Energieversorgung spielt eine essenzi-elle Rolle für dieses Ziel. Daher fußt dieEnergieerzeugung auf regenerativen Quel-len wie dem Erdreich und der Sonne. DasKonzept sieht eine kalte Nahwärmeversor-gung vor, die auf Stadtteilebene entworfenwird. Die Komponenten, welche hier in dasSystem einspeisen, speichern und entneh-men sind Geothermiefelder im Erdreichund der Energie aus dem Abwasser diegekoppelt mit Wärmepumpen in denGebäuden Rothneusiedl versorgen. Die lo-kale und regenerative Stromerzeugung er-folgt über großflächige Photovoltaikanla-gen auf Dächern und Fassaden. Durch denfrühzeitigen Ausbau der Anlagen kann be-reits in der Entwicklungsphase ein wesent-licher Beitrag zur Versorgung des Quar-tiers mit erneuerbarer Energie geleistetwerden.

Darüber hinaus gab es detaillierte Klimaun-tersuchungen, um einen ganzjährig hohenAußenraumkomfort zu erreichen und sichgleichzeitig den Herausforderungen desKlimawandels zu begegnen. BesondereAufmerksamkeit gilt dabei der thermischenBehaglichkeit in öffentlichen Räumen, derAnpassungsfähigkeit an Klimaveränderun-gen sowie der Integration von Klimaräu-men in die städtebauliche Gestaltung. Mit-tels CFD-Simulationen wurden Windströ-mungen im Quartier detailliert modelliert.Die Analyse berücksichtigt saisonaleUnterschiede, insbesondere Sommerhitzeund Winterkälte. Die Untersuchung derthermischen Behaglichkeit basiert auf demUTCI-Modell, das physiologische Reaktio-nen auf klimatische Einflüsseberücksichtigt.