Class of 1986 Fitness and Wellness Center – Princeton University, Princeton, NJ, USA

Class of 1986 Fitness and Wellness Center – Princeton University

Bei der Sanierung und Erweiterung des Dillon Gymnasium zum „Class of 1986 Fitness and Wellness Center“ war es das Ziel, eine zentrale Freizeiteinrichtung auf dem Campus der Princeton University in einen nachhaltigen, zukunftsorientierten und widerstandsfähigen Aktivitätsknotenpunkt zu verwandeln. Dabei ging es um Themen wie die Reduzierung der CO₂-Emissionen bei Bau und Betrieb, Regenwassermanagement, nutzerorientiertes und biophiles Design sowie soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Das Projektteam setzte auf einen integrierten Planungsprozess, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Stakeholders wurden von Beginn des Projekts an einbezogen, um eine fundierte Entscheidungsfindung zu gewährleisten. Frühe Entwurfsworkshops führten zu einer Projektcharta, in der das neue Fitness- und Wellnesscenter als inklusive, barrierefreie und flexible Einrichtung definiert wurde – was das Engagement von Princeton für Nachhaltigkeit unterstreicht. Gleichzeitig war es ebenso wichtig festzulegen, dass Nachhaltigkeitslösungen kosteneffizient sein und sowohl einen quantifizierbaren als auch einen qualitativen Mehrwert bieten müssen. Ein wesentliches Ergebnis des Entwurfsprozesses war die Entscheidung, das bestehende Gebäude zu sanieren und zu erweitern, anstatt ein größeres neues Gebäude zu errichten, wodurch der CO₂-Fußabdruck des Gebäudes reduziert wurde.

Zwei zentrale Gestaltungsmerkmale des Fitness- und Wellnesszentrums veranschaulichen die Nachhaltigkeitsphilosophie von Princeton: das Gründach auf dem neuen Anbau und die Massivholzkonstruktion. Das Gründach unterstützt die campusweite Wassermanagementstrategie und reduziert gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck des Gebäudes. Zusammen mit der freiliegenden Dachkonstruktion aus Holz dient das Gründach als greifbares und sichtbares Symbol für Princetons Engagement für Nachhaltigkeit und biophiles Design.

Die Fassade des Anbaus weist an der Ost- und Westseite vertikale Lamellen auf, die einen starken architektonischen Ausdruck schaffen und gleichzeitig einen wirksamen Sonnenschutz bieten. Diese sind feststehend, jedoch in einem bestimmten Verhältnis zueinander angeordnet, um je nach Ausrichtung einen Sonnenschutz zu gewährleisten. Zudem verhindert der nach Süden ausgerichtete Überhang direktes Sonnenlicht, lässt aber reichlich natürliches Tageslicht blendfrei in den Raum eindringen und sorgt so für die bestmögliche visuelle Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich.

Im neuen Anbau werden zu öffnende Fenster nach Osten und Westen sowie ein Dachabluftventilator automatisch aktiviert, wodurch bei günstigen Außenbedingungen eine Belüftung durch natürliche Luftströmung ermöglicht wird. Je nach den örtlichen klimatischen Bedingungen ist eine vollständig natürliche Belüftung an bis zu 30 % der Tage im Jahr möglich.

Deckenventilatoren unterstützen die Luftzirkulation und sind ein wesentlicher Bestandteil der Komfortstrategie. Durch die Erhöhung der Luftgeschwindigkeit verstärken sie auf äußerst energieeffiziente Weise den gefühlten Kühleffekt, sodass auch bei höheren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit angenehme Bedingungen aufrechterhalten werden können. Dieser Ansatz ermöglicht höhere Sollwerte für die Raumtemperatur während körperlicher Aktivitäten.

Das Fitnesscenter wird über das zentrale Fernwärme- und -kühlsystem des Campus versorgt, wobei Lüftungsgeräte mit Energierückgewinnung für die Klimatisierung sorgen.

Zusammen sorgen der auf ein Minimum reduzierte Neubau, die Massivholzkonstruktion, das Gründach sowie die durchdachten Maßnahmen zur natürlichen Belüftung und zum thermischen Komfort im „Class of 1986 Fitness and Wellness Center“ für einen komfortablen Gebäudebetrieb bei reduzierten CO₂-Emissionen sowohl bei der Errichtung als auch im Betrieb.