Expo 2030 Masterplan, Riyadh, Saudi-Arabien
Für die Expo 2030 in Riyadh entsteht auf rund sechs Quadratkilometern ein Stadtgefüge, das die Anforderungen eines temporären Großereignisses mit einer langfristigen städtebaulichen Entwicklung verbindet. Die Expo wird dabei nicht als abgeschlossener Zeitraum verstanden, sondern als erster Schritt eines Quartiers, das sich über die Veranstaltung hinaus weiterentwickelt und sich an unterschiedliche urbane Nutzungen anpassen kann. Der Masterplan reagiert damit auch auf eine Herausforderung, die viele Weltausstellungen begleitet: Temporär errichtete Infrastrukturen bleiben nach dem Ende der Veranstaltung zurück, ohne in die langfristige Entwicklung der Stadt integriert zu sein.
Der Entwurf löst sich von bestehenden geradlinigen Achsen der Stadtplanung und entwickelt ein zusammenhängendes Netz aus Wegen, Wasserläufen, Parks und grünen Korridoren, das sich an den natürlichen Gegebenheiten des Ortes orientiert.
Im Rahmen der Beratung wurde insbesondere untersucht, wie Verschattung, Vegetation und schattige Korridore, sogenannten „cool routes“ auch bei den hohen sommerlichen Temperaturen Riyadhs angenehme Aufenthalts- und Bewegungsräume schaffen können.
Die klimatische Betrachtung berücksichtigt dabei nicht nur die Bedingungen während der Expo in den kühleren Wintermonaten, sondern auch die langfristige Nutzung des Quartiers. Der Entwurf berücksichtigt daher auch die heißen Sommermonate und ist auf eine langfristige, robuste und komfortable Nutzung ausgelegt.
Die Landschaft wird dabei selbst zu einem wesentlichen Bestandteil der städtebaulichen Infrastruktur. Maßnahmen zur Bodenstabilisierung und ein naturnahes Wassermanagement unterstützen den natürlichen Wasserhaushalt und tragen gemeinsam mit der Vegetation zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Die gezielte Nutzung von Verdunstung und Verschattung schafft dabei zusätzliche klimatisch wirksame Freiräume.
Auch die Hauptpavillions sowie die anderen Gebäude der Expo und des Legacy Plans werden im Zusammenspiel mit den städtebaulichen Strategien betrachtet. Passive Entwurfskonzepte unterstützen die Optimierung der Gebäude hinsichtlich des thermischen Komforts und der Energieeffizienz und tragen dazu bei, den technischen Kühlbedarf zu reduzieren. Ergänzend wird die Integration erneuerbarer Energien, insbesondere von Photovoltaik, in die Gebäude und die Gesamtstruktur des Quartiers berücksichtigt.
Während der Expo verbindet der Masterplan Pavillons, öffentliche Räume und unterschiedliche Nutzungen zu einem zusammenhängenden Stadtgefüge. Nach ihrem Ende soll sich das Areal schrittweise in ein Wohn- und Kulturquartier verwandeln. So werden Architektur, Landschaft und Infrastruktur zu einem anpassungsfähigen System verbunden, das sowohl auf die klimatischen Bedingungen des Ortes als auch auf die langfristige Entwicklung des Quartiers reagieren kann.