Wipro Gopanpally Campus, Hyderabad, Indien
Der Gopanapally Campus in Hyderabad zeichnet sich unter anderem durch seinen sorgfältig und durchdacht gestalteten Innenhof aus. Der Innenhof steht für eine Symbiose aus Ästhetik und funktionaler Gestaltung. Die organisch geschwungene Überdachung gibt dem Bereich nicht nur eine hochwertige Aufenthaltsqualität, sondern verfolgt zugleich das Ziel, den Bereich durch bauliche Eingriffe möglichst komfortabel zu gestalten. Sie basiert auf dem Prinzip, dass die Form aus der Funktion entwickelt wird. Trotz der entstandenen Dachfläche wird die natürliche Lüftung und die Tageslichtversorgung sichergestellt, zudem wird Schutz vor Niederschlägen während der Monsunzeit geboten.
Das vorherrschende Klima lässt sich in drei Jahreszeiten unterteilen – heiß und trocken, warm und trocken und auch warm und feucht. Um den Außenkomfort sicherzustellen, wurde das Konzept mit Dry-Mist-Fans ausgestattet. Diese werden in der heißen sowie der warm-feuchten Jahreszeit betrieben und sorgen dafür, dass der Innenhof ganzjährig komfortabel genutzt werden kann. Dabei erzeugen die Dry-Mist-Fans keinen wahrnehmbar feuchten Nebel, da die Tröpfchen so fein sind, dass sie vom Menschen nicht als Nässe empfunden werden. Die Kühlwirkung entsteht durch die adiabatische Verdunstung des Wassers in der Luft. Durch Strömungssimulationen auf Basis der vorliegenden Winddaten konnte die Ausrichtung und Platzierung der Fans optimal geplant werden.
Zunächst wurde eine Feldstudie in einem kleinen Testbereich durchgeführt, um zu überprüfen, ob die installierten Geräte die gewünschte Komfortsteigerung erreichen können. Die Ergebnisse bestätigten nicht nur die getroffenen Annahmen, sondern zeigten auch hohe Akzeptanz bei den Nutzern. Die Studie bildet die Grundlage dafür, dass die Planung auf das gesamte Areal des Innenhofs mit rund 100 Dry‑Mist‑Fans übertragen wurde.
Das System ist in zehn Zonen (Loops) unterteilt, die eine getrennte und zeitlich differenzierte Steuerung einzelner Innenhofbereiche ermöglichen. Für den Betrieb wird RO Wasser eingesetzt (hochreines Wasser), das in vier Pumpstationen zusätzlich gefiltert und UV desinfiziert wird. Anschließend wird es über Hochdruckpumpen auf einen Betriebsdruck von rund 80 bar gebracht. Magnetventile steuern die jeweiligen Fan Loops, während Druckentlastungsventile ein Nachtropfen beim Abschalten verhindern. Die Gesamtanlage wird über einen zentralen Schaltschrank gesteuert.
Nach Installation und Feinjustierung der Geräte und den dazugehörigen Sensoren wurden zudem Messungen der klimatischen Bedingungen durchgeführt. Auch diese Messungen bestätigten unsere Annahmen. Es konnte eine Reduzierung des UTCI (Universal Thermal Climate Index) um 6 K festgestellt werden, wodurch ein thermisch komfortabler Bereich ohne relevanten Hitzestress erreicht wird.
Ergänzend zur technischen Kühlung tragen passive Maßnahmen zur mikroklimatischen Qualität des Innenhofs bei. Vegetation unterstützt durch seine natürliche Evapotranspiration die Abkühlung, während Verschattung und bauliche Elemente den solaren Wärmeeintrag reduzieren. Insgesamt wird deutlich, dass die Kombination aus architektonischer Gestaltung und gezielten technischen Maßnahmen eine effektive und nachhaltige Verbesserung des thermischen Komforts ermöglicht. Durch die Analyse der klimatischen Randbedingungen und gezielte Anpassungen entsteht ein Konzept, das eine ganzjährig komfortable Nutzung als Außenkantine sicherstellt.