Josef-Schwarz-Schule, Heidelberg, Deutschland

Die Josef-Schwarz-Schule im Heilbronner Modellquartier Neckarbogen zählt zu den zukunftsweisenden Schulprojekten Deutschlands. Die bilinguale Ganztags-schule vereint Grundschule, Sekundarstufe I und gymnasiale Oberstufe auf einem rund 60.000 Quadratmeter großen Campus.

Da das Grundstück nahezu vollständig bebaut werden musste, blieb auf Geländeniveau kaum Platz für Außenräume. Um dennoch großzügige Freiflächen für den Schulalltag zu schaffen, wurde der Sockelbau wie ein Tisch ausgebildet: Über dem ersten Obergeschoss spannt sich eine durchgehende Plattform über den Campus, auf der sich Pavillons und vielfältige Außenflächen verteilen. Das begrünte Plateau dient als erhöhter Schulhof und verbindet Terrassen, Aufenthaltsbereiche, Spielplätze und Sportflächen. Zugleich löst die Gliederung in einzelne Pavillons die große Gebäudemasse in kleinere Einheiten auf und schafft Größenverhältnisse, die dem Maßstab der Kinder entsprechen. Öffnungen, Balkone, Terrassen und Innenhöfe sorgen zusätzlich für Durchlässigkeit. Jede Schulform ist in einem eigenen Gebäude organisiert: Die Grundschule gliedert sich in Lernhäuser, die Sekundarstufe bietet offene Lernateliers und die Oberstufe ist in Fachcluster gegliedert. Aula, Mensa und Foyer im Erdgeschoss bilden das soziale Zentrum des Campus. Die Pavillons auf dem Sockel sind in Holz-Verbundbauweise ausgeführt. Überwiegend aus Mitteleuropastammende, größtenteils recycelbare Materialien wie Lärchenholz, Lehm, Keramik, Kautschuk und Betonfertigteile prägen das Gebäude innen wie außen. Holz schafft eine warme, haptische Atmosphäre und trägt zur Reduktion des gebundenen Kohlenstoffs bei.

Das Klima- und Energiekonzept verbindet passive Strategien mit gezielt eingesetzten technischen Systemen. Aufgrund der internationalen Schülerschaft bestehen hohe Anforderungen an den sommerlichen Komfort, insbesondere in den Prüfungsräumen mit einer vorgesehenen Raumtemperatur von 24 °C. Lehmgebundene Heiz- und Kühldecken sind Grundlage für den thermischen Komfort und verbinden klimatische Funktion und Materialität. Je nach Nutzung kommen natürliche Lüftung, dezentrale mechanische Lüftung und zentral belüftete Bereiche zum Einsatz.

Die Energieversorgung kombiniert Fernwärme, thermisch aktivierte Bohrpfähle und Photovoltaik. Da Erdsonden aus geologischen Gründen nicht genehmigungsfähig waren, wurden stattdessen die Bohrpfähle der Gründung thermisch aktiviert. Über die aktivierte Gründung wird das Erdreich als Wärmequelle und -senke genutzt, während die Photovoltaikanlage erneuerbaren Strom direkt am Gebäude erzeugt. So entsteht ein Raumklimakonzept, das lokale Ressourcen mit den unterschiedlichen Anforderungen des Schulalltags verbindet.

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