Arena da Amazônia, Manaus, Brasilien
Manaus, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, liegt dort, wo der Rio Negro und der Rio Solimões zusammenfließen und den Amazonas bilden. Die Millionenstadt mitten im Dschungel, 1.500 km vom Meer entfernt, ist von Regenwald umgeben. Bei der Planung der „Arena da Amazônia” war die Idee, ein sehr einfaches, aber hocheffizientes Stadion für die FIFA-Weltmeisterschaft 2014 zu entwerfen. Die „Arena da Amazônia” wurde für 45.000 Zuschauer konzipiert und bietet ideale Bedingungen für professionelle und lokale Sportveranstaltungen. Das Projekt wurde von GMP Architekten zusammen mit dem lokalen Partnerbüro STADIA aus São Paulo und Schlaich Bergermann und Partner aus Stuttgart als Tragwerksplaner entwickelt. Transsolar wurde hinzugezogen, um die Umweltbedingungen zu bewerten und Optionen zur Verbesserung des thermischen Komforts der Zuschauer vorzuschlagen.
Bewertung des erzielten Komforts in Bezug auf das tatsächliche Design:
- Analyse der lokalen klimatischen Bedingungen und der Sonneneinstrahlung für den Zeitraum der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und Entwicklung von Auslegungstagen für die Analyse der solaren Gewinne und die Untersuchung des Komforts im Freien im offenen Stadion
- Definition von Komfortzielen gemäß den FIFA-Empfehlungen und fortschrittlichen internationalen Modellen für menschlichen Komfort
- Stündliche Analyse der solaren Gewinne und des Schattenwurfs im Stadion, auf den Besuchertribünen und auf dem Spielfeld für die Planungstage
- Empfehlungen für passive Strategien zur Verbesserung des Außenkomforts im Stadion.
Die endgültige Dachkonstruktion besteht aus sich gegenseitig abstützenden Auslegerarmen. Deren hohle Stahlhohlkastenbalken dienen gleichzeitig als große Kanäle, um die enormen Wassermassen tropischer Niederschläge aufzunehmen. Angesichts des heißen und feuchten Klimas im Amazonasgebiet geht das Dach in eine Fassade über, die auch die Zuschauerwege und vertikalen Verkehrswege beschattet. Die Dach- und Fassadenplatten bestehen aus lichtdurchlässigem Glasfasergewebe. Die im Zusammenspiel mit den Fassadenöffnungen entstehende natürliche Belüftung fördert ein angenehmes Mikroklima.