Hitachi Columbus Campus, Mannheim, Deutschland

Auf dem ehemaligen Kasernengelände Benjamin Franklin Village in Mannheim entsteht der Columbus Campus als Vorzeigeprojekt und Landmarke. Vier Gebäude gruppieren sich um einen zentralen, offenen Platz. Transsolar entwickelte für die Häuser A und B das ganzheitliche Klima und Energiekonzept. Das Ziel war von den Bauherren klar formuliert: ein klimaneutraler Gebäudebetrieb (vor Ort soll so viel Energie gewonnen werden, wie der Betrieb benötigt) und zusätzlich eine „über-die-Jahre“ CO2-Abschreibung der grauen Energie der Konstruktion. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Mischung aus Büroflächen und energieintensiven Labor und Testräumen in Haus A. Deren Wärme-, Strom und Kältebedarfe wurden von Beginn an detailliert bilanziert, damit die Zielwerte nicht theoretisch bleiben, sondern im Betrieb belastbar erreichbar sind.

Die Architektur selbst arbeitet als Teil der Klimastrategie. Der Innenhof ermöglicht zweiseitige Belichtung und sorgt zusammen mit geringen Raumtiefen für natürliche Belüftungspfadoptionen. In der Konstruktion reduziert eine oberirdische Holzbautragstruktur die sogenannte graue Energie (Energieverbrauch, der bei der Herstellung entstanden ist und bei Holz geringer ausfällt als bei Beton), während das Untergeschoss bewusst schlank ausgebildet ist. Auch im Detail wird Material klug eingesetzt: Der Bodenaufbau nutzt Aushubsand und Gehwegplatten zur Beschwerung und zur akustischen Entkopplung. Diese Entscheidungen sorgen für eine spürbaren CO₂ Entlastung bereits vor Inbetriebnahme.

Das Klimakonzept kombiniert geringe Lasten, hohe Effizienz und lokale Ressourcen. Erdkanäle bereiten die Zuluft vor, Abluftkamine führen sie ab. Ein Kreislauf-Verbund-System sorgt für Wärmerückgewinnung. Heiz- und Kühlsegel nutzen im Sommer Grundwasser und im Winter eine Wärmepumpe; Fernwärme dient der Warmwasserbereitung in der Küche. Die Gebäudehülle setzt auf ausgewogene Fensterflächen, Sonnenschutz und Photovoltaik.

Lokale Energiegewinnung steht im Fokus des Designs: Photovoltaikflächen auf den Krempen und eine energieproduzierende Pergola bieten Ertrag, Schatten und Aufenthaltsqualität. Der begrünte Dachraum dient als Außenarbeitsplatz und verbessert die Energiebilanz.

Die Wirkung dieser Maßnahmen lässt sich präzise beschreiben. Für Haus A betragen die bei der Herstellung verursachten CO2- Emissionen 1.860 Tonnen. Durch die Effizienz des Systems, die freien Kühlpotenziale des Grundwassers und den Bezug erneuerbarer Elektrizität erreicht der Betrieb – trotz der intensiven Labor und Testnutzungen – einen negativen Saldo der CO2- Emission. Es werden mehr CO2-Emissionen durch regenerative Energieerzeugung vermieden als durch Energieverbrauch verursacht, insgesamt etwa 61 Tonnen CO₂ pro Jahr. Daraus resultiert eine statische Amortisationszeit der bei der Herstellung verursachten Emissionen von rund 31 Jahren. Damit wird aus einem ambitionierten Ziel ein belastbares Ergebnis.

Das Projekt erfüllt den QNG Premium Standard durch umfassende CO2-Bilanzoptimierung und innovative Energiekonzepte. Eine DGNB-Zertifizierung in Platin wird angestrebt und in der Planung sowie in der Ausführung berücksichtigt.

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