Plusenergie Einfamilienhaus, Breitenfürst - Welzheim, Deutschland

Ziel des Bauvorhabens war ein Einfamilienhaus, das sich bei höchstmöglichem Nutzerkomfort im Betrieb mindestens klimaneutral verhält.

Das von Transsolar entwickelte Gesamtenergiekonzept sieht vor, die Wohnbereiche mittels Fußbodenheizung zu versorgen. Als Wärmequelle dienen geothermischen Erdsonden. Die Anforderungen sehen eine maximale Innenraumlufttemperatur von 23 °C im Sommer vor. Daher ist das System so ausgelegt, dass es sich auch als Fußbodenkühlung betreiben lässt. Damit verknüpft ist eine mechanischen Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung vorgesehen, die die Vorkonditionierung der Zuluft übernimmt. Damit es zu keiner Kondensatbildung am Fußboden kommt, wenn gekühlt werden muss, ist es notwendig die Luft zusätzlich zu entfeuchten.

Um im Sommer die Kühllast möglichst niedrig zu halten, ist außenliegender strahlungsgesteuerter Sonnenschutz notwendig.

Die energetischen Untersuchungen haben gezeigt, dass eine geothermische Wärmepumpe mit 2 -3 Bohrlöchern (70 – 100 m Tiefe) erforderlich ist. Als Sole/Wasser-Wärmepumpe kann sie über Erdwärmesonden ausreichend Wärme und Kälte liefern, um Fußbodenheizung, Heizkörper im Untergeschoss und Vorkonditionierung der Zuluft zu versorgen und im Sommer über den Fußboden frei zu kühlen.

Der ermittelte Strombedarf für das Gebäude inklusive Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, freie Kühlung, Lüftung, Geräten, Licht, Sauna und E-Auto beträgt 16,1 MWh pro Jahr. Geräte, Licht und Sauna nehmen einen Großteil des Strombedarfs ein. Eine PV-Anlage auf dem Dach erzeugt elektrischen Strom. Bei einer Gesamtfläche von 148 m², davon 87 m² auf der Südseite des Daches und 61 m² auf der Nordseite liegt der Ertrag der Anlage bei 29 MWh/a. Zur Vergrößerung des Deckungsanteils der PV-Anlage empfiehlt sich ein Batteriespeicher, der 50 - 70 % eines durchschnittlichen Tagesstromverbrauchs abdeckt.

In der Jahresbilanz werden knapp 13 MWh mehr erzeugt als verbraucht. Die Bilanz zeigt auch, dass ein Großteil der Stromgewinne in Sommer entsteht, der Bedarf allerdings im Winter am höchsten ausfällt.