Hauptsitz Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Eschborn, Deutschland
Als neuer Hauptsitz der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) steht in Eschborn bei Frankfurt gleich neben dem bestehenden GIZ Gebäude ein Neubau. Im Erdgeschoss finden sich Restaurant, Atrium, Auditorium, die fünf darüber liegenden Stockwerke sind als Büroflächen für rund 920 Mitarbeiter vorgesehen. Das Hauptziel bei der Planung des Gebäudes war es, ein sehr hohes Maß an Komfort bei minimalem Energiebedarf zu erreichen. Das Gebäude wird die Zielvorgabe „DGNB Platin“ erfüllen.
Um Wärmeeintrag zu reduzieren und die Gefahr einer Überhitzung im Sommer zu begegnen, wurde für die oberen Stockwerke ein optimiertes Verhältnis von Fenster zur Wandfläche ermittelt sowie beweglicher außenliegender Sonnenschutz vorgesehen, der den Nutzern auch als Blendschutz dient. Die Verglasung im Erdgeschoss ist fast vollständig raumhoch ausgelegt und zu 50% mit Siebdruck beschichtet. Die effiziente Fassade ermöglicht in den Büroräumen gute Versorgung mit Tageslicht.
Für die Deckenkonstruktion der Büroräume wurden vorgefertigte Elemente mit einem Sandwichquerschnitt verwendet (Innogration©). Bei geringem Eigengewicht bringen diese die Bauteilaktivierung gleich mit. Zusätzlich zu Heiz- und Kühlfunktion haben die Decken integrierte Schallabsorber; Akustikpaneele sind damit nicht nötig und die thermische Masse der Betondecke bleibt unverhüllt. So lässt sich die passive Kühlkapazität der Gebäudemasse voll nutzen. In die Decke integrierte Lüftungskanäle gewährleisten zusätzlich eine kontrollierte Frischluftzufuhr. In Kombination bleibt die operative Temperatur in den Büros stets unter 27 °C. Die hocheffiziente Gebäudehülle trägt zudem zu einem sehr niedrigen Wärmebedarf bei.
Um Komfort im Atrium sowohl im Winter als auch im Sommer sicherzustellen, hat Transsolar thermische Simulationen und Strömungssimulationen (CFD) durchgeführt. Das Atrium hat ein photovoltaisch aktives-Glasdach, das Strom mit einer Leistung von ca. 50 kWp erzeugt und zugleich die Wärmeeinstrahlung ins Atrium reduziert. Bei natürlicher Durchlüftung in den Übergangszeiten sowie durch Nachtlüftung in Verbindung mit einem Fußbodenaktivierung ist der Aufenthalt im Atrium selbst bei sommerlichen Temperaturen angenehm.
Eine reversible Wärmepumpe ist mit geothermischen Erdsonden verbunden und versorgt das Gebäude mit Niedertemperaturwärme bzw. freier Kühlung. Bedarf an höheren Temperaturen zur Beheizung deckt ein Biogaskessel ab. Für die Kühlung der Server und der mechanischen Lüftung ist eine Kältemaschine mit natürlichem Kältemittel im Einsatz.
Die Geothermieanlage liefert mehr als 75 % der Energie zum Heizen und 50 % zur Gebäudekühlung. Rund 300 m² weitere Photovoltaikmodule (60 kWp) auf dem Dach gewinnen zusammen mit den monokristallinen Zellen des Atriums so viel erneuerbare Energie, für die herkömmliche Erzeugung jährlich 50 t CO2 freisetzen würde.