"Beyond Lux(e), Towards Ecotopia", Luxemburg

Der Konsultationsprozess „Luxemburg im Wandel“ hatte das Ziel, konkrete Strategien für eine nachhaltige Transformation Luxemburgs zu entwickeln und aufzuzeigen, dass ein tiefgreifender gesellschaftlicher und räumlicher Wandel notwendig, machbar und wünschenswert ist. Im Mittelpunkt stand die Vision einer CO₂‑emissionsfreien, resilienten und vielfältigen Gesellschaft, getragen von architektonischen, städtebaulichen und landschaftlichen Konzepten sowie der engen Verknüpfung räumlicher und ökologischer Expertise.

MVRDV erarbeitete gemeinsam mit Drift for Transition, H+N+S, Goudappel Coffeng, Deltares, ITC (Universität Twente) und Transsolar eine umfassende Strategie für die Klimaneutralität Luxemburgs bis 2050. Transsolar war Teil dieses interdisziplinären Teams, das räumliche Entwicklung, Energie, Landschaft und Gesellschaft auf territorialer Ebene zusammenführte. Grundlage der Arbeit bildete der Ansatz „Beyond Lux(e), Towards Ecotopia“, der Luxemburg als anpassungsfähige und zukunftsorientierte Region weiterdenken sollte. Diese Arbeitsgruppe war eine von insgesamt vier Teams, die sich im Auftrag der Luxemburgischen Regierung mit dem Thema beschäftigte.

Transsolar analysierte den energetischen Status quo (Stand 2016) und zeigte auf, dass 89 % der Energieerzeugung aus nicht erneuerbaren Quellen stammen. Darauf aufbauend identifizierte die Studie zentrale Potenziale und Transformationspfade, die notwendig sind, um das Ziel einer auf 100% erneuerbaren Energien basierenden Gesellschaft bis 2050 zu erreichen. Die Analysen und Strategien basierten auf dem Verständnis, die Energieversorgung, die Siedlungsstruktur und die Landwirtschaft als ein zusammenhängendes System zu betrachten.

Der Gesamtansatz differenziert zwischen urbanen und landschaftlichen Räumen. Im urbanen Kontext wurden Themen wie Flächennutzung, Demografie, Wohnen, Energie und langsamer Verkehr untersucht. Auf landschaftlicher Ebene standen Natur, Wasser, Landwirtschaft, Ernährung und Energie im Fokus – mit besonderem Augenmerk auf zirkuläre Landwirtschaft, Wiederherstellung natürlicher Ressourcen, Biodiversität sowie Wasserwirtschaft und Resilienzstrategien. Entwürfe für die Gesamtregion und exemplarische Gebiete verdeutlichen diese räumlichen Konzepte.

Ein dritter Schwerpunkt lag auf einem nachhaltigen Wirtschaftssystem mit Mobilität, Arbeitsräumen und Produktion. Entwickelt wurden Szenarien für regionale Mobilität, digitale Infrastruktur und neue Arbeitsmodelle, die lokale Nähe fördern, Verkehrsaufkommen reduzieren und kohlenstofffreie, energieerzeugende Arbeitsumgebungen ermöglichen.

Die Ergebnisse aller vier Finalisten werden von der luxemburgischen Regierung als strategische Empfehlungen weiterverfolgt. Weitere Informationen zum Konsultationsprozess und zu den Ergebnissen sind auf der offiziellen Website Luxemburg im Wandel zu finden >