Campus des Bayerischen Roten Kreuzes „KISS“, München, Germany
Das neue Gebäude KISS („Kistlerhofstraße Sustainable Space“) umfasst ein U-förmiges Gebäude mit sieben Geschossen. Es vereint die unterschiedlichsten Nutzungen unter einem Dach. Neben der Hauptrettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes sind hier unter anderem Blutspendedienst, Berg- und Wasserwacht sowie die Berufsfachschule für Notfallsanitäter und Pflegekräfte und Verwaltungsbereiche untergebracht. Eine dreigeschossige Tiefgarage bietet Platz für die Einsatzfahrzeuge, wobei eines der Geschosse mit einer Raumhöhe von vier Metern die Unterbringung der Rettungsfahrzeuge ermöglicht.
Ein wesentlicher Bestandteil des Energie- und Klimakonzepts ist die lokale Stromerzeugung durch Photovoltaik, die sowohl auf dem Dach als auch großflächig in die Fassaden integriert ist. Damit wird die Gebäudehülle selbst zur Energieerzeugung genutzt und trägt zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Betrieb bei.
Die Photovoltaik wurde als integraler Bestandteil des gesamten Energie- und Klimakonzepts betrachtet. Auf Grundlage detaillierter Gebäudesimulationen wurden Energieversorgung und PV-Anlagen gemeinsam untersucht und hinsichtlich einer möglichst geringen CO₂-Bilanz optimiert. Die CO₂-Bilanz zeigt das Potenzial der integrierten Photovoltaik: Rund 50 % der gebäudebedingten CO₂-Emissionen können ausgeglichen werden. Werden zusätzlich die nutzerbedingten Stromverbräuche berücksichtigt, deckt die Photovoltaik rund 23 % der Gesamtemissionen ab.
Neben der Photovoltaik nutzt das Energiekonzept lokale Energiequellen wie Grundwasser und Erdwärme über thermisch aktivierte MIP-Wände und die Bodenplatte. Reversible Wärmepumpen erschließen diese Potenziale für die Wärme- und Kälteversorgung. Ergänzt wird das System durch freie Kühlung und die Nutzung von Abwärme innerhalb des Gebäudes. Fernwärme dient zur Abdeckung der Spitzenlast und zur Bereitstellung von Hochtemperaturwärme.
Auch das Klimakonzept reagiert auf die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzungsbereiche. In den Büros verbindet eine Grundlüftung über Außenluftdurchlässe eine energieeffiziente Luftversorgung mit der Möglichkeit zur individuellen Fensterlüftung. Schulungs-, Besprechungs-, Praxis- und Laborbereiche werden aufgrund ihrer höheren Anforderungen mechanisch belüftet. Heiz- und Kühlsysteme sowie ein automatisch gesteuerter außenliegender Sonnenschutz ergänzen das Konzept und sorgen für komfortable Innenraumbedingungen.
Mit dem Ziel, den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes möglichst gering zu halten, entwickelte Transsolar gemeinsam mit dem Planungsteam ein energieeffizientes und ressourcenschonendes Klima- und Energiekonzept. Projektbegleitend wurden die unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen anhand detaillierter Gebäudesimulationen hinsichtlich Energiebedarfs und CO₂-Emissionen untersucht und optimiert. Mit einer Zertifizierung nach DGNB Platin, WELL Gold und WireScore Platinum erfüllt das Gebäude höchste Standards in den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit und digitale Infrastruktur.
2024 ICONIC AWARDS: Winner – Innovative Material; Winner – Corporate
2024 German Design Award „Excellent Architecture – Eco Design“