Oceana Lab, WoHo Pilotprojekt – Modularer Schulbau, Bridgetown, Barbados
Das Technologieunternehmen WoHo Systems (World Home) hat sich zum Ziel gesetzt, Architektur, Technologie und Bauwesen in einer optimierten Plattform zu vereinen, um hochwertige Gebäude zügig zu realisieren. Sein modularer Ansatz ist darauf ausgelegt, kostengünstig und umweltverträglich zu sein sowie sich an eine Vielzahl von Nutzungszwecken und Standorten anzupassen. Transsolar ist seit der Gründung von WoHo als Partner an der Seite des Unternehmens.
Ein Beispiel dafür ist dieses Projekt, das „Oceana Lab“, eine Bildungs- und Forschungseinrichtung auf der Karibikinsel Barbados, die in Zusammenarbeit mit Michael Murphy Architects entwickelt wurde. Es dient als Pilotprojekt für den Bau weiterer Schulen auf der Insel mit demselben Ansatz und derselben Technologie.
Die Planung begann im März 2024, gefolgt von der Herstellung eines Prototyps und der Vorfertigung der Module im Juli in Madrid, Spanien. Die Bauarbeiten vor Ort begannen Ende Oktober. Innerhalb von drei Monaten wurden die vier Module, aus denen dieses Gebäude besteht – einschließlich der gesamten Ausstattung –, transportiert und montiert, wobei die Installation vor Ort etwa drei Wochen in Anspruch nahm. Jedes Modul hat zwei Ebenen mit einer dreieckigen Grundfläche von etwa 60 m² pro Etage und wird von einem dreiseitigen Pyramidendach gekrönt.
Der Entwurf wurde speziell auf die lokalen Gegebenheiten in Barbados zugeschnitten und berücksichtigt Klima, Kontext und Nutzungsmuster. Gleichzeitig ermöglicht der modulare Ansatz ein hohes Maß an Flexibilität, sodass das System an eine Vielzahl von Standortbedingungen und Anforderungen angepasst und angewendet werden kann.
Die Module sind so konzipiert, dass sie ohne mechanische Klimatisierung auskommen und sich vollständig auf passive Kühlstrategien und natürliche Belüftung durch die zu öffnende Fassade und Oberlichter sowie Transferöffnungen stützen. Deckenventilatoren unterstützen das Kühlkonzept, indem sie den Bereich akzeptabler Innenraumbedingungen erweitern und so das ganze Jahr über ein angenehmes Raumklima gewährleisten.
Die Fassade ist ein zentraler Bestandteil des Klimakonzepts. Bewegliche Außenlamellen minimieren den solaren Wärmegewinn und verhindern Blendungen. Diese können während der Nutzungszeiten vollständig geschlossen oder horizontal ausgerichtet werden, wobei die reflektierende Oberfläche für eine gleichmäßige Verteilung des Tageslichts sorgt und gleichzeitig den Blick nach draußen freigibt. Öffnungsfähige Einfachverglasungen können bei ungünstigen Wetterbedingungen, zur Schalldämmung und zum Insektenschutz geschlossen werden. Schließlich ist auf jeder Seite der Fassade ein schallgedämmtes Übertragungselement, um sicherzustellen, dass bei geschlossenen Fenstern die Mindestlüftungsraten eingehalten werden. Für das Dach empfahl Transsolar eine hochreflektierende Außenfläche, um den solaren Wärmegewinn im tropischen Klima zu minimieren.
Der Entwurf berücksichtigt zudem prognostizierte zukünftige Klimabedingungen und stellt sicher, dass die Räume trotz steigender Temperaturen weiterhin passiv genutzt werden können. Diese Strategie könnte in Zukunft durch den Einbau von thermischer Masse – beispielsweise durch die Integration von Phasenwechselmaterial-Paneelen (PCM) – weiter verstärkt werden, um das Kühlpotenzial nächtlicher Temperaturabfälle zu nutzen.
Die Module sind sowohl CO₂-neutral als auch energieautark konzipiert. Die Holzkonstruktion reduziert den grauen CO₂-Fußabdruck erheblich, während passive Kühl- und Belüftungsstrategien den Energiebedarf und die betrieblichen CO₂-Emissionen minimieren. Dies kann in künftigen Projekten durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach abgedeckt werden.
Das Projekt dient als Pilotprojekt für die Anwendung und Weiterentwicklung des modularen Systems und des zugrunde liegenden Konzepts, dessen Potenzial für skalierbare, klimaresponsive und CO₂-neutrale, energieautarke Gebäude bereits des weiteren in der Wohnsiedlung Parla 5x in Madrid demonstriert wird.